Augenblick mal! 2007

Deutsche Gastspiele

Kinder- und Jugendtheater ist Kulturelle Bildung!

"So gewiss sichtbare Darstellung mächtiger wirkt, als toter Buchstabe und kalte Erzählung, so gewiss wirkt die Schaubühne tiefer und dauernder als Moral und Gesetze.": Spätestens seit Friedrich Schiller wissen wir um die Bedeutung des Theaters für die Bildung. Das Theater ist ein im Wortsinn 'klassischer' Bildungsort für die Jugend. Kinder und Jugendliche brauchen mehr als die Schule, um sich mit sich selbst und mit ihrer Umwelt aktiv und kreativ auseinanderzusetzen, um ihr Leben erfolgreich zu gestalten und verantwortlich an der Gesellschaft teilzunehmen. Seit es Kinder- und Jugendtheater gibt, hat sich das Theater als Bildungsort den Kindern und Jugendlichen sehr direkt zugewandt. Wenn sich jetzt zum neunten Mal die Macherinnen und Macher des deutschen Kinder- und Jugendtheaters in Berlin treffen, um Theater zu sehen, über Theater zu diskutieren, Kollegen aus nah und fern zu begegnen und den fachlichen Austausch zu pflegen, dann haben sie das Ziel, das Kinder- und Jugendtheater ästhetisch weiter zu entwickeln und es als Methode der Kulturellen Bildung zu diskutieren.

Dass 'Augenblick mal! 2007' erneut dem kindlichen und jugendlichen Publikum besonderes Augenmerk schenkt, kommt daher nicht von ungefähr. Mit den Kinder- und Jugendprojekten fordern Sie Ihre Zuschauer auf: "Spiel mit dem Theater!". Sie eröffnen damit dem Bildungsinstrument Theater eine wichtige Perspektive: die des kreativen Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit der Welt und mit der künstlerischen Reflexion dieser Welt durch das Theater. Dabei kommen die Ausdrucksformen verschiedener Künste und Medien zur Anwendung, denen das Theater – wiederum: im Wortsinn: – eine Bühne gibt in der schulischen und außerschulischen Bildung. Ich wünsche dem Berliner Publikum und allen, die sich an den Kinder- und Jugendprojekten beteiligen, spannende und interessante Tage im Theater und mit dem Theater. Die Künstlerinnen und Künstler des Kinder- und Jugendtheaters und die Beobachter aus dem Ausland begrüße ich herzlich in Berlin. Ihnen allen wünsche ich, das zu erleben, womit Schiller seine Gedanken zur 'Schaubühne als moralische Anstalt' schließt: "Jeder Einzelne genießt die Entzückungen aller, die verstärkt und verschönert aus hundert Augen auf ihn zurückfallen, und seine Brust gibt jetzt nur einer Empfindung Raum – es ist diese: ein Mensch zu sein." Viel Freude dabei!

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ursula von der Leyen

Plakatmotiv ©  Robert Voss
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